Transportaufträge

Woher weiß ein FTS, wann es wohin fahren soll?

Es braucht einen Transportauftrag “Hole von A, Bringe zu B”.

Diesen Transportauftrag bekommt das Fahrzeug vom AGV Interface Controller (AIC) mitgeteilt, der auch das geeignetste Fahrzeug der Flotte für den entsprechenden Auftrag auswählt. Das ist vergleichbar mit einem Disponenten in einer Taxizentrale, der ein freies Taxi in der Nähe des Aufnahmestandorts auswählt und zum Fahrgast schickt.

Erzeugung eines Transportauftrags

Übersicht, wie Transportaufträge generiert werden können

 

Transportaufträge können auf sehr unterschiedliche Weise angetriggert werden von ganz von simpel und manuell bis hin zu voll automatisiert. In der obigen Abbildung sind mehrere dieser Varianten abgebildet.

  1. Ruftaster: Die Transportroboter können ganz einfach auf Knopfdruck angefordert und zu einem Ziel geschickt werden. Diese einfache Form der Transportsteuerung bietet sich zum Beispiel dann an, wenn Werker an Stationen arbeiten und fertige Baugruppen oder Fertigteile  zu wenigen Zielen, z. B. Lager, Qualitätskontrolle oder Versand transportieren lassen wollen.
  2. Bedien-Panel: Ein Bedien-Panel vergrößert die Anzahl von Zielen erheblich. Die Übergabestationen können durch Auswahlbutton oder durch eine Visualisierung dargestellt werden. Die Zielauswahl erfolgt manuell.
  3. Erkennungssensoren: Bei dieser Variante werden Sensoren an den Stellen angebracht, an denen regelmäßig Lasten zum Transport abzuholen sind. Diese erkennen daraufhin, wann ein Transportgut an dieser Stelle steht, und das System erzeugt automatisch den Transportauftrag für den AIC.
  4. Barcode-Scanner: Diese Variante kann sowohl manuell als auch automatisch genutzt werden. Hierbei wird alle wichtige Information zu einem anstehenden Transportauftrag über einen Barcode an das AIC kommuniziert. Dieser Barcode kann automatisch an bestimmten Stellen oder manuell von einem Mitarbeiter gescannt werden.
  5. ERP/MES: Durch Kommunikation mit einer kundenseitigen Produktions- oder Auftragssteuerung können die Transportaufträge auch vollautomatisch an den AIC übermittelt werden. Über eine Schnittstelle wird der Materialbedarf von Maschinen oder die Abholung von Produkten nach der Fertigstellung direkt an den AIC gemeldet.

Als Anbieter von Gesamtlösungen liefert InSystems Automation alle der obigen Lösungen. Nachstehend finden Sie mehr Informationen dazu, wie das gesamte Kommunikationssystem in der Praxis funktioniert und wie genau das AIC arbeitet.

Schnittstellen zum Empfangen von Transportaufträgen

Der AIC bildet die Schnittstelle zu der Umgebung, die die Transportaufträge erzeugt. Hierzu bietet er eine Web- Schnittstelle (API) als Standard-Schnittstelle an. Zusätzlich bietet InSystems Automation auch die Anbindungen über kundenspezifische Schnittstellen an. Bisher umgesetzte Beispiele hierfür sind:

  • kundenspezifische Protokolle über TCP/IP
  • Kommunikation über Modbus oder Profibus
  • Kommunikation über OPC

Daten des Transportauftrags

Wesentliche Bestandteile eines Transportauftrags sind die Quelle und Ziel des Transports. Hierbei können jegliche Namen verwendet werden, die die verschiedenen Transportstationen eindeutig identifizieren. Einzige Voraussetzung hierbei ist, dass die Ziele mit demselben Namen in der Karte des Navigationssystems (Link zu Navigation) hinterlegt sind.

Zusätzlich zu diesen Minimaldaten können auch folgende Daten übermittelt werden:

  • LE-Nummer: Nummer des Ladungsträgers. Wenn die Fahrzeuge mit Barcodescannern ausgestattet sind, kann ein Barcode auf dem Ladungsträger abgescannt werden, um nachzuprüfen, ob die richtige Transporteinheit vom FTF aufgenommen wurde.
  • LE-Typ: Typ des Ladungsträgers. Wenn mehrere Modelle von Transportfahrzeugen in der Anwendung verwendet werden, kann hiermit der zu transportierende Ladungsträger angegeben werden (z.B. Palette oder KLT).
  • Deadline: Zeit, bis der der Transport ausgeliefert sein muss.
  • Frühester Abholungszeitpunkt: frühester Zeitpunkt, ab dem die Last abgeholt werden kann.
  • Fertigungsauftrag: wird vom AIC nicht verwendet, kann jedoch für die Visualisierung bzw. für das Hostsystem relevant sein.
  • Materialnummer: wird vom AIC nicht verwendet, kann jedoch für die Visualisierung bzw. für das Hostsystem relevant sein.

Verteilen der Transportaufträge auf die verfügbaren Transportfahrzeuge

Der AIC listet die empfangenen Transportaufträge in einer internen Datenbank. Periodisch versucht der AIC, die Transportaufträge im Status „umdisponiert“ auf die verfügbaren Fahrzeuge zu verteilen.

Hierfür können verschiedene Disponierungsalgorithmen sinnvoll sein. Diese sind im Folgenden erklärt:

  • FIFO (First In First Out): die Aufträge werden in der Reihenfolge, in der sie erzeugt wurden, abgearbeitet.
  • FIFO mit Prioritäten: wie oben, es können jedoch Aufträge höher priorisiert werden.
  • Maximaler Durchsatz: die Fahrzeuge nehmen als nächstes den Auftrag an, dessen Quelle am nächsten zu ihrer aktuellen Position liegt.
  • Nach Deadline: jeder Transport wird mit einer Deadline ausgeliefert. Es wird jeweils der Transport mit der nächsten Deadline ausgeführt.

Die Weiterentwicklung der Disponierung von Fahrzeugen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit im Forschungsprojekt CrESt.